Liebe Familie von Amsberg, mein Mann und ich möchten Ihnen allen unser herzliches Beileid zum Heimgang Ihres Mannes und Vaters ausdrücken. Erst durch die Anzeige nehme ich endgültig Abschied von ihm, unserm Meister, der mir 25 Jahre lang 2x pro Woche das große Glück vermitteln konnte, wie aus einem unbekannten Notentext ein hinreißendes Oratorium sich langsam formte. Viele viele Erlebnisse kommen mir wieder in Erinnerung, z.B. sein Unverständnis, wie man zu den Proben immer wieder pünktlich 5 Minuten zu spät kommen konnte, dass er uns nahelegte, beim "A" die Zähne nicht zusammen zu lassen, dass wir uns nicht hinter den Noten verstecken möchten, seine unermüdliche Höflichkeit auch in Stresszeiten. Ich denke an den von Chordamen selbst gestrickten Pullover, bedeckt mit den verschiedenen Zeichen aus seinem Chor-Anwesenheitsprotokoll. Ich denke an die Erlebnisse mit seiner ersten Brille, an den Krankenhausaufenthalt, aus dem er sich selbst für eine Chorprobe lang entließ. Nicht zuletzt danke ich ihm für das gemeinsame Hobby mit meiner Tochter. Ein Höhepunkt war, dass sie und ich gemeinsam zum Geburtstag meiner Mutter am 1. Weihnachtstag in einem Zugabteil auf dem Weg nach Eutin das Weihnachtsoratorium schmetterten, mit Stichnoten usw. Einen langen inhaltsvollen Weg unseres Lebens sind wir musikalisch gemeinsam gegangen, von "Jesu meine Freude" bei seiner Chor-Vorstellung 1977 bis zum fulminanten "Elias" 25 Jahre später. Nach dieser Aufführung setzten wir uns auch das erste und einzige Mal über das strikte Klatschverbot am Ende hinweg! Bedrückend für mich ist, dass er seine geliebte Musik im letzten Jahr nur von der Konserve hören konnte. Dietrich von Amsberg wird Ihnen fehlen, so wie er uns immer an unvergessliche Jahre erinnern wird. Liebe Frau von Amsberg, wir wünschen Ihnen viel Kraft für Ihre weitere Zeit. Wenn eine so lange gemeinsame Zeit hinter uns liegt, kann es nur schwer sein. Die Kinder und Enkel werden Ihnen helfen.
Mit herzlichen Grüßen Ihre Annelies Buchsteiner