Es war im Oktober 1984, als ich in die St. Johanniskantorei eintrat. Erstes Werk „Ein deutsches Requiem“ im November, im Dezember dann Weihnachtsoratorium mit Peter Schreier. Ob das noch zu steigern war? Meine Frau kam dann im Januar 1985 hinzu und was wir dann erleben durften war absolut außergewöhnlich: Im Zweitagesabstand Händels Messias und Israel in Ägypten im Februar, im März Matthäus-Passion, im Mai schnell mal ne 9. Sinfonie (Freiluftaufführung in Bleckede), im Juni Elias, im November Dvorak Requiem und im Dezember Puccini Missa da Gloria.
Das alles war nur machbar dank des außergewöhnlichen Chorleiters Dietrich von Amsberg, dank seiner strukturierten Probenarbeit, seiner Disziplin, seiner Empathie dem Chor gegenüber und seiner musikalischen Ausstrahlung.
Ich habe viel von seiner Probenarbeit gelernt.
Meine Frau und ich waren dankbar, obwohl wir dann schon sieben Jahre nicht mehr in Lüneburg wohnten, bei seinem Abschiedskonzert im Jahr 2002 den Elias noch einmal mitsingen zu dürfen.
Besonders geehrt habe ich mich gefühlt, dass unser Kontakt nie abgerissen ist und dass er dann als Zuhörer zu meinem Abschiedskonzert 2018 bei „meinem“ regerchor Braunschweig kam (s.Foto
).
Wir trauern um einen großen Musiker und tollen Menschen.